Die Geschichte der Ortsgruppe Seeboden-Lieserhofen


Die ÖAV-Ortsgruppe Seeboden-Lieserhofen, die größte der Sektion - im Zeitraffer!

Auf wiederholtes Betreiben des damaligen Sektionsvorsitzenden Dr. Herwig Gräbner wurde schließlich im Feber 1992 die 12. Ortsgruppe der Sektion Spittal/Drau gegründet. Mit der Obmannstelle wurde der gebürtige Salzburger und später in Seeboden ansässige Bergfreund Georg Herzog betraut. Doch nach nur wenigen Monaten erlag er einem Herzschlag.

Ab diesem Zeitpunkt (September 1992) leitete Sepp Leyrer das Geschehen. Es konnte ein umfangreicher Mitarbeiterstab aufgebaut werden, dem bekannte Namen wie Ino Bodner, Hans Dobnig, Gernot Reiter, Klaus Santner, Friedrich Podesser, Ferdinand Klinser, Manfred Nadoba, Alfred Steurer, Berta Ressler, Günter Bacher und Peter Berger angehören.

Dass wir Alpenvereinler schon vor der Gründung unserer Ortsgruppe von uns reden machten, dokumentiert die Errichtung des Leiergipfelkreuzes in der Reißeckgruppe. Prominente wie Bischof Egon Kapellari, LH Dr. Christof Zernatto und selbst Fernsehmoderator Sepp Forcher haben zwischenzeitlich diesen Gipfel bestiegen. Auch die Neuerrichtung der Kreuzes am Tschiernock, dem Seebodner Hausberg, stand unter der Patronanz des örtlichen Alpenvereins.

1994 trat der damalige Bürgermeister Dr. Kurt Ertl an uns heran, das desolate Tschiernockgipfelkreuz zu erneuern, wodurch wir uns (nach seinen Worten) „profilieren“ konnten. 1995 erfolgte die Errichtung und die feierliche Kreuzweihe. Ab diesem Zeitpunkt haben wir jährlich Berggottesdienste veranstaltet.

Die Tourenprogramme unserer Ortsgruppe können sich Sommer wie Winter immer wieder sehen lassen. Da fehlen kaum welche der bekannten Tauerngipfel, aber auch Karnische wie Julische Alpen und auch Dolomiten finden sich immer wieder in den Programmen. Von der Jugend sind vor allem der Kletterfels Kanzianiberg, aber auch größere Bergtouren und Montainbiketouren gefragt.

Eines der ersten wichtigsten Anliegen von Sepp Leyrer als Obmann war die Beschaffung alpinen Leihgerätes auf Alpenvereins- aber auch auf Sponsorenkosten.

In weiterer Folge war der Alpenverein Teilnehmer an Autoblumencorsen mit jeweils erreichten Spitzenwertungen und Teilnehmer an Seebodner Gemeindeschimeisterschaften mit Belegung von Spitzenplätzen bei den Mannschaftswertungen.

Und wieder vergingen Jahre bis der höchste Gipfel im Kranz der Berge rund um Spittal und den Millstättersee erneut ins Rampenlicht gerückt wurde. Ino Bodner präsentierte die Idee, auf die Hohe Leier einen anspruchsvollen Klettersteig zu errichten. Vieles sprach dafür, so auch die günstige Gelegenheit, mit der Reißeck-Bahn bis zum Reißeckseenplateau zu gelangen. Hinauf bis zum Sektions-Vorsitzenden Dr. Arnold Riebenbauer gab es nur positive Reaktionen. Das 26er Gebirgsjägerbataillon der Garnison Spittal unter dem Kommandanten Obstl. Ferdinand Klinser hatte sich bereit erklärt, im Rahmen seiner Alpinausbildung die Errichtung zu übernehmen. Die Finanzierung erfolgte durch die ÖAV-Sektion Spittal/Drau, Nachbarsektionen, Anrainergemeinden, die Tauerntouristik Kaprun und Alpenvereins-Mitgliederspenden. Die Realisierung des Werkes, bei welchem immer wieder Ino Bodner und Sepp Leyrer die Hauptakteure waren, erfolgte im Jahre 2003.

Zu den ursprünglich genannten Mitarbeitern (von denen einzelne zwischenzeitlich ausgeschieden sind) gesellten sich neue wie Waltraud Schmölzer, Willi Hofstadler, Jochi Lunner, Harald Grossegger, Michl Unterlerchner und Gerhard Wassermann. Nach 12 Jahren Obmannschaft wünschte Sepp Leyrer aus Altersgründen endgültig abgelöst zu werden.

Mit Ablauf des Jahres 2004 übernahm Ino Bodner die Ortsgruppe. Schwerpunkte der folgenden Jahre lagen vor allem in der Ausbildung. Neu hinzugekommen sind das Klettersteig-ABC, das Schitouren-ABC (aus dem mittlerweile der „Lawinen-Risiko-Management-Kurs“ geworden ist) und die Tiefschneekurse mit Gerhard Wassermann. Diese mehrtägigen Veranstaltungen sprechen vor allem Neulinge an, dienen aber auch den „Alten“ als Auffrischung ihrer Kenntnisse.

Seit Herbst 2007 war der Alpenverein maßgeblich an der Errichtung des ersten Klettergartens in Seeboden beteiligt. Die Adaptierung haben wieder in bewährter Weise Bergführer des Jgb. 26 übernommen. Im Mai 2008 folgte die feierliche Eröffnung. Seitdem bieten die Kletterlehrer rund um unseren Jugendwart Mag. Harald Angerer auch für die Gäste am Millstätter See wöchentlichen Schnupperklettern im Peter-Santner-Klettergarten an.

Unser Mitgliederstand mit über 600 Seebodnerinnen und Seebodner zeugt davon, dass wir mit unseren Tourenprogrammen am richtigen Weg sind. So hatten wir beispielsweise im Jahr 2011 62 Touren ausgeschrieben, von denen 43 zustande kamen und wobei 423 Teilnehmer großartige Bergerlebnisse erfahren durften. Am Lawinen-Risikomanagement-Kurs, den wir gemeinsam mit der Sektion Spittal/Drau veranstalten, nahmen 35 Personen teil. Damit zeigten sie ihr Interesse an Aus- und Weiterbildung im Schitourengehen und Schneeschuhwandern.

Dass wir mittlerweile 20 Jahre alt geworden sind, nehmen wir in aller Bescheidenheit zur Kenntnis. Unser schmales Budget erlaubt keine großen Sprünge, die Ehrenamtlichkeit der Tourenführer/-innen hält die Ortsgruppe zusammen und ermöglicht das ungewöhnlich umfangreiche Angebot. Unser Mitgliederstand von knapp 600 Freunden kommt sicher nicht von ungefähr, sondern ist auch als Anerkennung der Leistungen und des Einsatzes des gesamten Teams zu sehen.

 (Ino Bodner und Sepp Leyrer, Oktober 2012)